Offener Brief an Dr. Engl

An 16.1.20  wurde eine kostenlose Einschaltung Lokalzeitungen gebracht (Pinzgauer Nachrichten, Pongauer Nachricheten usw.), die KonsumentInnen vortäuscht, sie hätten beim Einbau eines Smart Meters die Wagl zwischen drei verschiedenen Geräten. Bitte diesen Brief lesen, den ich dazu dem Autor geschrieben habe! Heidi Reber

Sehr geehrter Herr Dr. Engel,

Ihr Artikel „Start Meter“: Sie haben die Wahl verschweigt den Leserinnen (genau wie auch Journalisten das immer tun), daß es sich nur um eine Scheinwahl handelt. Bei den Varianten  „Smart Meter“, „Prime Meter“ und „Blind Meter“  handelt es sich um dasselbe Gerät, das nur anders konfiguriert ist. Die Programmierung kann jederzeit aus der Ferne geändert werden, auch ohne Erlaubnis, sogar ohne Wissen des Stromabnehmers.

Ferner wird verschwiegen, dass aus der Sicht des gesundheitlichen Risikos kein Unterschied zwischen den drei Varianten besteht. Alle sind mit den anderen Geräten im gleichen Trafonetz verbunden und agieren als Verstärker und Repeater derer Signale. Da die Salzburg AG die Datenübermittung mittels PLC bewerkstelligt, entsteht im Haus bzw. in der Wohnung auch dann ständig - auch in der Nacht - eine Elektrosmogbelastung, wenn die Daten der Bewohner nur einmal am Tag oder einmal im Jahr ad den Netzbetreiber übermittelt werden.

Die Bezeichnung „Blind Meter“ soll den Konsumenten täuschen, der dann glaubt, keinen Smart Meter zu haben und damit auch keinem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt zu sein. Sicherlich sind Ihnen die Ausführungen von Dr. Gerd Oberfeld, Umweltmediziner und Leiter der Landessanitätsdirektion Salzburgl zum Thema Elektrosmog bekannt. Bei einem Vortrag gestern in Anif hat er bestätigt, daß jedes dieser Geräte "ständig plappert“ und folglich, wegen der PLC Übertragung, Elektrosmog von allen Leitungen im Haus ausgeht. Vermutlich ist Ihnen auch bekannt, daß unser Netzbetreiber die „Seibersdorfer Studie“ anführt als „Beweis“ daß Smart Meter kein gesundheitliches Risiko mit sich bringen. Wenn Sie als Wissenschaftler diese Studie lesen, werden sie nicht umhin kommen, sie als „nicht wissenschaftlich“ zu beurteilen. U.a. wird ein völlig unpassender, 25 Jahre alter Richtwert eines industrienahen Vereins als Maßstab herangezogen, anstelle der seriösen, wissenschaftlich erarbeiteten Richtlinien der EUOPAEM EMF Leitlinie 2016.

Auch wird verschwiegen - allerdings kann sich Jedermann mit Hausverstand das selbst zusammenreimen -, daß man seinen Echtzeit Stromverbrauch nicht im Internet ablesen kann, wenn nur einmal in 24 Stunden alle 15 Minuten aufgezeichneten Daten an den Netzbetreiber übermittelt werden. Mann müßte dann aufschreiben, wann, wie lange, welches Gerät eingeschaltet war, um später den Stromverbrauch eines Geräts im Internet abschätzen zu können.

Den Echtzeit Stromverbrauch kann ich  leicht an meinem Ferrariszähler ablesen, wenn ich das will. Der ist ja nicht sooo weit weg und zeigt brav und gut lesbar meinen Echtzeit Stromverbrauch an. Ich kann auch mit einem preiswerten Energiekostenmeßgerät den exakten Stromverbrauch eines jeden Gerätes separat ermitteln. Damit erspare ich unserer Umwelt auch den Strom, der über den Verbrauch meines Computers hinaus durch die Internetverwendung entsteht, wenn ich vergeblich versuche, bei meinem Netzbetreiber herauszufinden, wie viel Strom meine Spülmaschine gestern verbraucht hat.

Verschwiegen wird auch, daß die Smart Meter ökologisch eine Katastrophe sind. Alle 10 Jahre oder sogar noch häufiger landen Millionen solche Zähler auf dem Elektroschrott, von dem wir schon jetzt nicht wissen, wohin damit. Und beim Rollout unserer Ferrariszähler,. oder werden die an Länder verkauft, die dem EU-Vorschlag, Smart Metering einzuführen, nicht gefolgt sind? Vielleicht nach Deutschland, wo Smart Meter vorerst nur für Großabnehmer eingeführt werden, für Haushalte erst 2032, wenn überhaupt?

Ich bin überzeugt, daß Sie mit ihren StudentInnen tatsächlich die Datensicherheit verbessert haben. Die zahlreichen anderen Nachteile der Smart Meter sollte man aber der Bevölkerung nicht verschweigen.

Ich lade Sie und Ihre StudentInnen herzlich ein, zu einem Vortragsabend in Saalfelden am 16.4. 2020, 19 Uhr, im katholischen Pfarrsaal Saalfelden, Lofererstraße 13 zu kommen. Ich habe Dr. Gerd Oberfeld und Fritz Loindl, Elektrotechniker und Mitbegründer der Platform stop-smartmeter.at eingeladen. Die beiden waren schon im März 2019 auf Veranlassung des Arbeitskreises Gesunde Gemeinde in Maria Alm eingeladen, was dazu geführt hat, dass unser Bürgermeister die Smart Meter für Kindergarten, Schule und gemeindeeigene Gebäude abgelehnt hat. Er hat auch die BürgerInnen über die Problematik informiert. In der Folge haben über 200 unserer 750 Haushalte und ein Hotel die Smart Meter für sich abgelehnt (Stand Dezember 2019, inzwischen sind es vermutlich mehr).

Freundliche Grüße,

Heidi Reber

Mag. rer. nat.Heidi Reber
Primbachweg 9
A 5761 Maria Alm
0043 664 7514 3518
heidireber@me.com

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Pinzgauer Nachrichten 16.1.20 "Sie haben[...]
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