Vitamin D: wir brauchen mehr !

 

"Vitamin D tanken!" wird uns gerne geraten.  Nicht nur an Osteoporose Erkrankte, sondernjeder Mensch, auch ein noch so gesunder, braucht Vitamin D in ausrechender Menge. Erst seit kurzer Zeit weiß man, dass nahezu alle Organe unseres Körpers Vitamin D Rezeptoren haben, also Stellen an der Oberfläche der

Zellen, an denen das "Sonnenvitamin" andocken und seine Wirkung entfalten kann. Wo Rezeptoren sind, da wird das Vitamin auch gebraucht! Für Muskeln,

auch den Herzmuskel, ist es beispielsweise genau so lebensnotwendig wie für die Knochen.

 

Entsprechend rege wird geforscht, und die Vorstellung unserer Ärzte und Ernährungswissenschafter darüber,  was eine optimale Versorgung mit Vitamin D ist,  ändert sich rasant. Auf Fachtagungen beider Berufsgruppen ist das Sonnenvitamin ein heißes Thema, so auch auf dem diesjährigen Osteoporose Forum in St. Wolfgang, über das u.a. im Radio (ORF: Dimensionen, 14.5.013) berichtet wurde.

 

In dieser Sendung sagte Dr. Christian Muschitz von der Zweiten Medizinischen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Wien:

 

"Diese Patienten die krank sind, haben eh einen schlechten Vitamin D Spiegel, aber auch wir, die wir glauben, dass wir gesund sind, haben in Österreich einen schlechten Vitamin D Spiegel. Das liegt einerseits daran, dass wir ... kaum Sonnentage haben, dass wir uns ... in Gebäuden bewegen, dass wir zu weit im Norden sind, dass die Sonne oft zu schräg steht, oder auch dass wir ... älter werden... Also nicht nur der kranke Patient, sondern auch der vermeintlich gesunde Mensch in Österreich, bezogen auf beide Geschlechter, hat  in der Regel einen Vitamin D Mangel. Und wir wissen, das Vitamin D wirkt im Körper nicht nur auf den Knochen, das  Vitamin D und der Vitamin D Rezeptor ist im ganzen Körper verteilt.

 

Es gibt tierexperimentelle Daten die zeigen, dass sich  die Herzmuskelfunktion verbessert bei adequatem Vitamin D Spiegel, dass das Thromboserisiko gesenkt werden kann, und dass der systolische Blutdruck, über die Niere, auch mit dem Vitamin D Rezeptor moderat, aber doch, geregelt wird. Also es fallen uns sehr viele Beispiele ein, wo wir mit einer sehr einfachen Korrektur eines schlechten Vitamin D Spiegels positive Effekte bei den Patienten ausüben können."

 

Das sind klare Worte. Aber was ist ein "adequater Vitamin D Spiegel"? Wie und wo kann ich meinen Vitamin D Spiegel messen lassen? Muss ich das überhaupt tun? Reicht es denn nicht aus wenn ich mich gesund ernähre und viel an der Sonne aufhalte? Was hat das mit dem älter werden auf sich? Was hat das Alter mit Vitamin D zu tun?

 

Die Frage,  ob man sich den Vitamin D Spiegel messen lassen sollte, ist deshalb nicht leicht zu beantworten, weil in der Fachwelt noch weitgehende Uneinigkeit darüber herrscht, welcher Vitamin D Spiegel denn adequat bzw. optimal wäre.  Wenigstens war es schon möglich sich darauf zu einigen, welche Form des Vitamins gemessen werden soll: es muss das 25-Hydroyvitamin D (kurz 25-OH-D) im Serum bestimmt werden. Zum optimalen Spiegel gibt es verschiedene Angaben. In der Osteoporose Selbsthilfe richten wir uns nach jenen der IOF (International Osteoporosis Foundation): 75 nmol/l (oder anders ausgedrückt 30 ng/ml). Auch Dr. Muschitz vertritt diese Meinung.  Jedes medizinische Labor müsste in der Lage sein, 25-OH-D zu bestimmen, allerdings zahlt die Krankenkasse nur unter bestimmten Bedingungen, die man beim Arzt erfährt.

 

Die Frage, ob nicht eine gesunde Ernährung und Aufenthalte an der Sonne ausreichen, ist hingegen leichter zu beantworten: sehr, sehr selten reicht das.

 

Nur ganz wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D. Diese jeden Tag in ausreichender Menge zu essen wäre eine zu einseitige Ernährung! Täglich in größeren Mengen Sardinen, Makrelen, Lachs, Shitake Pilze?  Kaum möglich.

 

Aufenthalte in der Sonne sind herrlich, auch für die Psyche. Das Leben sieht schon gleich viel besser aus! Wenn noch Bewegung dazu kommt: einfach ideal. Aber: zur Vitamin D Bildung in der Haut braucht es Sonnenstrahlen einer ganz

bestimmten Wellenlänge und Intensität - diese erreichen uns in Österreich nur in den Sommermonaten, in denen wir uns mit Sonnenschutz  einschmieren. Schon ein sehr niedriger Lichtschutzfaktor reicht aus, die Vitamin D Produktion in der Haut zum Stillstand zu bringen.

 

Und was hat das Alter damit zu tun? Ganz einfach: mit zunehmendem Alter nimmt die Vitamin D Produktion in der Haut substantiell ab. Je älter wir werden, umso länger müssten wir uns an der Sonne aufhalten.

 

Fazit: mit der Supplementierung von Vitamin D - nur Vitamin D, nicht in Kombination mit Calcium, das man reichlich aus der Nahrung erhält, wenn der Vitamin D Spiegel stimmt - ist man auf der sicheren Seite. Ideal wäre es, die Supplementierung in Absprache mit dem Arzt so zu dosieren, dass ein 25-OH-D Spiegel von 75 nmol/l über das ganze Jahr hinweg gehalten werden kann.

 

Mag. Heidi Reber

 

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