Unser Jahr 2011



22.11.11 Kochkurs mit Frau Payr

Nach längerer Zeit konnten wir wieder einmal Frau Waltraud Payr, Hauswirtschaftslehrerin an unserer HBLW für einen Kochabend gewinnen. Diesmal lag der Schwerpunkt bei Obst und Gemüse. Der Kurs war auf 15 Personen beschränkt und sofort ausgebucht. In der Schulküche wurde ab 18 Uhr fleissig gewerkelt und die Produkte gemeinsam genossen. Der Kochkurs war unsere dritte 'Obst- und Gemüseveranstaltung' nach Heidis Vortrag zu diesem Thema und unserem Besuch beim Bio-Gemüsebauern.

Es ist Frau Payr hervorragend gelungen, leckere Gerichte zum Thema Obst- und Gemüse zu gestalten. Etwas Fisch war auch dabei - besonders köstlich zubereitet. Ich selbst (Heidi) habe ja so einen Payr-Kochkurs zum ersten Mal erlebt und war erstaunt, wie effizient und bis ins kleinste Detail vorbereitet alles abläuft, wie eifrig die TeilnehmerInnen -diesmal auch zwei Männer- ans Werk gehen, und wie gut die kulinarischen Werke gelingen.  Eigentlich hätte ich nichts dagegen, so etwas öfter zu machen!

Hut ab an Frau Payr und an alle TeilnehmerInnen!

Im Foto seht Ihr, dass Sieglinde sich dem Thema entsprechend 'beschürzt' hatte...



16.11.11 Patientenpreis der ÖGR gewonnen, Preisverleihung in Wien!

Wie berichtet hatten wir im Oktober einen Stand beim 11. Salzburger Rheumatag. Dort haben wir von einem Wettbewerb der ÖGR (Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie) erfahren. Es galt, ein Projekt zu planen, und für die besten Projekte sollte es ein Preisgeld geben. Nun ja, warm nicht? An so einem Stand sitzend hat man genug Zeit, sich ein Projekt auszudenken und die Formulare auszufüllen. Also nichts wie ran, dachten wir. Die Teilnahme hat sich gelohnt, denn wir haben den 3. Preis, 1000 Euro zur Durchführung unseres Projekts gewonnen!

Am Mittwoch, 16.11.11 war die Preisverleihung im Rathaus in Wien, im Rahmen des Wiener Rheumatages. Gisela, Traudi und Heidi haben den Preis entgegengenommen.





Bild: APA

Auch das haben wir in Wien genossen!



8.11.11 Monatstreffen mit Dr. Günther Bernatzky

Unser drittes Monatstreffen im zweiten Halbjahr brachte wieder ein 'Highlight': Dr. Günther Bernatzky, Schmerzspezialist aus Salzburg (eigentlich aber Saalfeldner!) nahm am Monatstreffen teil und ließ uns an seinem reichen Wissensschatz teilhaben. Seine Forschungsarbeiten und Publikationen befassen sich mit dem Phänomen 'Scmerz' - seiner Entstehung, seiner Auswirkungen auf Körper und Psyche, und seiner Behandlung. Im Laufe vieler Jahre der Beschäftigung mit diesem Thema ist er zu der Überzeugung gekommen, dass zur Schmerzbewältigung zwar oft Medikamente notwendig sind, sich aber auch viele andere Dinge auf das Schmerzempfinden auswirken, von denen ich hier nur ein paar erwähnen möchte.

So sind soziale Beziehungen ganz wichtig: die menschliche Zuwendung und Nähe, Hautkontakt mit anderen Menschen, - dazu ein Foto eines älteren Menschen mit Enkelkind gezeigt -, Gespräche: alles, was der Einsamkeit entgegenwirkt. Bei Schmerzen schränkt man oft die Bewegung ein, das aber hat negative Konsequenzen - Bewegung ist in jedem Lebensalter und in jedem Gesundheitszustand ganz essentiell. Natürlich gut dosiert und eventuellen Verletzungen oder Behinderungen angepaßt. Ferner kann Musik Wunder wirken. Daher:  Musik hören, Musik machen ('Gründen Sie ein Orchester' -dazu ein Foto von einem Seniorenorchester gezeigt). Ein interessantes Detail: Musik wirkt auf dieselben Gehirnareale, die auch aktiv sind, wenn Schmerzen empfunden werden und kann wohl im wahrsten Sinne des Wortes den Schmerz 'übertönen'. Da Schmerzen als Stress empfunden werden und sich dabei der ganze Körper anspannt, sind auch Entspannungsmethoden sehr hilfreich, insbesondere wenn die Entspannung auch von der richtigen Musik begleitet wird. Das zu demonstrieren, hatte Dr. Bernatzky eine CD mitgebracht, nach der wir uns in der Gruppe nach dem Vortrag genüßlich entspannt haben.

Der reinste Luxus: Traudis Anleitung am Anfang, auch in Richtung 'entspannte Bewegung' mit ruhiger Musik, dann der Vortrag, und zum Schluß nochmal Entspannung zu Musik!

Dr. Bernatzky berichtete auch von einer erstaunlichen Studie, die zeigt, welche enorme Rolle die Psyche bei der Schmerzempfindung spielen kann: zwei Gruppen von Patienten mit starken Schmerzen wurde ein erprobtes, sehr wirksames Schmerzmittel per Infusion verabreicht. Bei einer Gruppe setzte sich ein Arzt ans Bett, bereitete die Infusion vor und legte sie an. Bei der anderen wurde das Schmerzmittel so verabreicht, dass die Patienten nichts davon merkten. Nach einer bestimmten Zeit wurde das Schmerzempfinden der Probanden wieder abgefragt. Dabei stellte sich heraus dass die Patienten, die nicht wussten, dass sie ein Schmerzmittel erhalten hatten subjektiv kaum eine Linderung wahrnahmen, während bei der ersten Gruppe eine erhebliche Linderung eingetreten war.

In der Schmerzforschung ist vieles darüber bekannt, welche erforschbaren, handfesten biochemischen oder physiologischen Vorgänge im Körper bei all diesen Phänomenen eine Rolle spielen. Trotzdem bleibt vieles ein Rätsel, unter anderem auch, wie es möglich ist, dass 'der Glaube Berge versetzen kann'. Klar ist, dass die Psyche bei allem, was Schmerzen betrifft, eine viel größere Rolle spielt als man ihr bisher zugedacht hat!

Zum Schluss möchte ich noch berichten, dass Dr. Bernatzky auch immer wieder betont: Schmerzen möglichst schnell behandeln lassen, bevor sie chronisch werden, denn chronische Schmerzen bewirken Veränderungen im Nervensystem und in anderen Arealen des Körpers, die dann weitere Schmerzen begünstigen und die Heilungschancen verringern. Dazu gibt es auch eine Broschüre, die beim Treffen mitgenommen werden konnte und die wir im Dezember wieder auflegen.

20.10.11 Weltosteoporosetag

Trotz ganz schlechter Wettervorhersage hat es nachmittags nicht geregnet, die Sonne hat sich sogar, wenn auch sehr zaghaft, etwas gezeigt. So konnten wir wie geplant am Ritzensee unsere Menschenkette bilden! Wir hatten das Glück, Lucia and Bernhard, die Betreiber des Waldkindergartens Saalfelden, als Trommler zu gewinnen. Das hat viel Spaß gemacht! Danke allen, die gekommen sind, und besonders auch an Anni Etzer (sie hat die 'Buchstabenschürzen' gebastelt).


12.10.11, Salzburg, 11. Salzburger Rheumatag

Wie auch schon bisher hatte die OSHG Saalfelden, vertreten durch Gisela und Heidi, einen Stand beim Rheumatag der österreichischen Rheumaliga. Wir werden dort eingeladen, weil eine enge Verbindung zwischen den beiden Erkrankungen besteht: durch entzündliche Vorgänge bei Rheuma und durch manche Rheuma-Medikamente wird der Knochenabbau beschleunigt, so dass Rheumapatienten nicht selten auch noch Osteoporose 'dazubekommen'. Beim Rheumatag können sich die Besucher über diesen Zusammenhang informieren.




7.10.11 Regionales Weiterbildungsseminar unseres Dachverbandes, Hall in Tirol

Die Selbsthilfegruppen Bregenz, Lienz, Innsbruck und Saalfelden waren hier vertreten! Von Saalfelden sind gefahren: Maria Aglassinger, Anni Etzer, Heidi Reber. Die Innsbrucker Selbsthilfegruppe hat Räumlichkeiten für das Treffen organisiert - bestens untergebracht waren wir, im Computerraum einer Schule. Auch für das leibliche Wohl haben die Innsbrucker gesorgt!

Bei diesen Treffen geht es (auch) um das gegenseitige Kennenlernen (oder besser kennenlernen), um den Ideenaustausch und um die Vernetzung. So haben wir uns diesmal bemüht, den anderen verständlich zu machen, wodurch sich unser jeweiligen Gruppen besonders auszeichnen. Für die Saalfeldner Gruppe haben wir berichtet, dass ein grosser Schwerpunkt die Bewegung ist. Keine andere Gruppe hat ein solch grosses Bewegungsangebot (Turnen, Wassergymnastik, Nordic Walken, Wanderungen). Ein weiterer Schwerpunkt: die großartige Atmosphäre, der freundschaftliche Umgang miteinander und mit 'Neuen'.

Die OsteoLink Website wurde vorgeführt und für die, die sich noch nicht dort registriert haben, gab es eine ausführliche Anleitung vor Ort. Grosse Überraschung: weil die OSHG Saalfelden auf OsteoLink bisher am aktivsten von allen Gruppen war, haben wir einen zwar gebrauchten, aber hervorragend funktionierenden Laptop bekommen, den Gisela als Schriftführerin nun ausschliesslich für die OSHG benutzen wird.

Ein weiterer Programmpunkt war ein Vortrag von Heidi über die neusten Erkenntnisse der IOF ('International Osteoporosis Foundation') zu Calcium und Vitamin D.

Schließlich konnten wir einige nützliche Infos und Ideen im Blick auf den Weltosteoporosetag mitnehmen.

4.10.11 Monatstreffen

Beim heutigen Monatstreffen gab es von Maria einen Bericht über die Selbsthilfekonferenz am 21.9. (siehe unten) viele Termine wurden besprochen, ein Ausflugsziel für unseren nächsten Frühlingsausflug und auch für einen Winterausflug gewählt, und Heidi hat einen Überblick über die Inhaltsstoffe verschiedener Mineralwässer gegeben. Es folgte ein Abstecher ins Internet: Gisela hat unsere eigene Homepage sowie die Homepage unseres Dachverbandes vorgestellt. Zum Schluss hat Traudi uns wieder bewegt! Nach einer belebten Aufwärmphase hat sie uns Übungen gezeigt, die man immer dann machen kann, wenn man lange sitzen muss, z.B. bei einem Vortrag.

21.9.2011 Bericht von der Selbsthilfekonferenz, Selbsthilfe Salzburg, 21.9.2011

Gisela Brenneis, Maria Aglassinger und Heidi Reber haben diesen Termin wahrgenommen. Es ging vor allem wieder um das Projekt 'Selbsthilfefreundliches Krankenhaus'.

Es wurde berichtet, dass vier Krankenhäuser schon das Gütesiegel 'Selbsthilfefreundliches Krankenhaus' haben: Die Christian Doppler Klinik in Salzburg, das Landeskrankenhaus Salzburg, das Krankenhaus St. Veit und Schwarzach. Drei Krankenhäuser starten durch: Hallein, Zell am See und Oberndorf.

Um als 'selbsthilfefreundlich' zu gelten und das Siegel zu erhalten, müssen die Krankenhäuser unter anderem:

- Präsentationsmöglichkeiten bieten für die Folder und Plakate der Selbsthilfegruppen (Regale, Tische, Wandflächen)

- Einen Selbsthilfebeauftragten ernennen als Kontaktperson für die Gruppen

- Räumlichkeiten für Treffen der Selbsthilfegruppen und/oder Gymnastik, Wassergymnastik usw. bieten.

- Patienten und Angehörige aktiv über die Existenz der Selbsthilfegruppen informieren

- Eine Informationsplattform für die Selbsthilfegruppen auf der Homepage des Krankenhauses schaffen

16.9.11 Besuch beim Stechaubauern

Hier am Rande Saalfeldens wird echtes Biogemüse erzeugt! Wir konnten uns von der Qualität überzeugen und werden sicher öfter hier einkaufen!


6.9.2011: Die 'Selbsthilfesaison' in Saalfelden hat begonnen!

Unser erstes Monatstreffen wurde wieder mit dem Spruch des Monats eingeleitet, und Traudi hat uns alle zum Auftakt zehn Minuten lang fröhlich bewegt. Ein Programmpunkt war Heidis Beitrag zum Thema Obst und Gemüse, bei dem alle Anwesenden kräftig mitgedacht und mitgetan haben. Ob wohl ein paar mehr von jetzt an 'Fünf am Tag' schaffen werden? Das wäre wunderbar.

Pinzgauer Gesundheitstag 18.6.2011

18.6.2011 Der letzte Termin vor unserer Sommerpause ist bewältigt!  Sieben Mitglieder unserer Gruppe haben einen Stand beim Pinzgauer Gesundheitstag aufgebaut und betreut. Unsere 'eigene' Physiotherapeutin, Gaby Schuy, hat sich auch Zeit genommen.Mit Trampolin, Bällen, instabilen Geräten, Hanteln und Terabändern, teils von Gaby, teils von der Volksschule, teils von privat geborgt, hatten wir ein Bewegungseck ausgestattet, das nicht nur Kinder, sondern erstaunlicherweise viele Erwachsene jeden Alters magisch angezogen hat. Auch ein Messgerät für die Körpergrösse hat nicht gefehlt.

Die Plazierung des Stands war zum Glück optimal, im Erdgeschoss in der Nähe des Eingangs. Im Obergeschoss hätte die ständige Übertönung durch Events auf der Bühne keine Gespräche ermöglicht. So aber konnten wir viele Gespräche führen, und auch einige Interessenten in unsere Kontaktliste aufnehmen.

Neben der Bewegungsecke haben auch unsere zwei Lebensmittelkörbe die Menschen angezogen: einer gefüllt mit positiven (grüner lachender Smiley - siehe Fotos), aus denen der Hauptteil der täglichen Ernährung bestehen sollte, und einer mit eher selten zu geniessenden Lebens- und Genußmitteln (roter trauriger Smiley). Die Lebensmittel wurden von unserem Interspar in Saalfelden gespendet. Herzlichen Dank an Herrn Bacher, der das ermöglicht hat.

Es gab auch Gelegenheit, uns auf der Bühne vorzustellen, Sieglinde Windhager und ich haben das übernommen.

Der Pinzgauer Gesundheitstag ist eine Art Messe, bei der sich Betriebe mit gesundheitsbezogenen Produkten vorstellen können, auch Krankenhäuser, Physiotherapeuten und eben Selbsthilfegruppen. Ausser uns war noch die SHG Klinefelter Syndrom Salzburg und die Österr. Rheumaliga Salzburg vertreten, dann die Österreichische Krebshilfe, die Österreischische Diabetikervereinigung und der Österreichische Herzverband, wobei ich bei den letzteren nicht sicher bin, ob es sich um echte Selbsthilfegruppen handelt. Es gab eine Gesundheitsstrasse, die extrem gut besucht war, und Events auf der Bühne, z.B. die Vorführung, wie man mit eine Defibrillator umgeht, Gesundheitsquiz mit Preisen usw.

Alles in allem ein gelungener Tag, sehr gut besucht, und wir freuen uns, dass wir daran teilnehmen konnten.

Orchideenwanderung mit Janet Ware 16.6.11

Zahlreiche Mitglieder und auch Gäste kamen zur Orchideenwanderung in Maria Alm, dem Nachbarort von Saalfelden. Janet Ware, die bei einem unserer letzten Monatstreffen einen Vortrag über Wildblumen gehalten hatte, führte uns zur Kasereggkapelle. Unterwegs gab es zahlreiche Wildblumen zu sehen, unter anderem die 7 Orchideenarten, die bei uns wachsen. Das schwüle Wetter machte einigen von uns zu schaffen, sobald es bergauf ging, aber alle haben das 'Orchideenabenteuer' gut überstanden und haben sogar Frau Ware darum gebeten, den Kontakt zu uns zu halten, eventuell nochmal ihre fantastischen Fotos zu zeigen und einen weiteren Ausflug zu gestalten.

Bericht von der Selbsthilfe Konferenz, Selbsthilfe Salzburg, 14.6.2011

Sehr interessant: eine Konferenz der Selbsthilfe Salzburg. Dieser Dachverband vereint ca. 125 Selbsthilfegruppen. Es wurde über den Fortschritt des Projekts 'Selbsthilfefreundliches Krankenhaus' berichtet. Das Landeskrankenhaus in Salzburg (Christian Doppler Klinik,) das Landeskrankenhaus St. Veit und das Krankenhaus Schwarzach erhalten am 15.6. das Gütesiegel der Selbsthilfe Salzburg. Um als selbsthilfefreundliches Krankenhaus zu gelten, muss ein KH unter anderem AnsprechpartnerInnen für Selbsthilfegruppen ernennen, die Broschüren und Plakate der Gruppen auf den Stationen und an anderen Stellen im KH plazieren, wo sie gesehen werden, und Patienten und Angehörige im Stationsbereich über die SHG informieren.

Es wurde berichtet, dass sehr viele ÄrztInnen, Krankenschwestern und Pflegepersonal die Idee des 'selbsthilfefreundlichen Krankenhauses' sehr begrüßt haben und das Projekt nach Kräften unterstützen. Das ist sehr begrüssenswert, und ich habe grossen Respekt vor den Menschen, die dieses Projekt initialisiert und realisiert haben.

Bericht von dem Ausflug nach Knittelfeld 6.6.2011

Am 6.6.2011 waren 30 Mitglieder der OSHG Saalfelden in Knittelfeld, um nachzuprüfen, ob Tonis Freilandhühner wirklich glücklich sind. Angemeldet waren 41! Aber in letzterMinute mussten 11 wegen Krankheit oder Todesfällen in der Familie absagen.Wie schade für alle - wir haben an Euch gedacht!

Freilich kann man schwer feststellen, ob ein Huhn glücklich ist (!) aber es sah sehr danach aus! Sie haben eine riesige Freifläche, einen Wintergarten und einen Stall ?falls mal das Bedürfnis da ist, auf einer Stange zu sitzen ? und Nester zum Eierlegen. Es ist irgendwie beglückend, Tiere zu sehen, die es gut haben. Sie scharren, laufen, picken und können ihren Instinkten folgen: Ein Huhn muss tun können, was ein Huhn tun muss..

Nach dem Mittagessen im Erlebnisrestaurant 'Fuchs und Henne' am Fusse des Wipfelwanderwegs Rachau haben wir noch das Holzmuseum in St. Ruprecht besucht.

Bericht von der Schmerzveranstaltung in Zell am See, 28.5.11


Engagierte ExpertInnen waren hier mit Vorträgen im Einsatz für Schmerzpatienten. Es ging - nicht nur, aber vor allem - um chronische Schmerzen und um Schmerzen, denen keine eindeutige körperliche Ursache zugeordnet werden kann. Vor allem bei letzteren findet unter ÄrtztInnen ein Umdenken statt: man spricht nicht mehr von 'eingebildeten' Schmerzen sonder nimmt jeden Schmerz ernst. Jeder Schmerz ist ein Anzeichen dafür dass etwas nicht stimmt, auch wenn die Ursache nicht so ohne weiteres gefunden werden kann.


Die Zahl der Möglichkeiten, einen chronischen, immer wieder auftretenden Schmerz behandeln zu lassen, nimmt in Österreich ständig zu. An vielen Orten kann man eine Schmerzambulanz aufsuchen, an anderen die Dienste eines auf Schmerz spezialisierten interdisziplinären Teams in Krankenhäusern in Anspruch nehmen.


Immer wieder auftretende Schmerzen, die nicht einer akuten Verletzung bzw. Erkrankung zugeordnet werden können, sollten so schnell wie möglich durch Schmerzspezialisten abgeklärt und behandelt werden. Je länger man wartet, desto eher kann sich der Schmerz 'chronifizieren' und immer schwerer zu behandeln werden. Durch länger andauernde Schmerzzustände kann auch das Nervensystem derart belastet und in seinen Reaktionen verändert werden, dass man 'sensibilisiert' wird und auch bei geringeren Anlässen als zuvor Schmerzen verspürt.


Also nicht den tapferen Indianer spielen: bei Schmerz zum Arzt und nicht locker lassen, bis eine Lösung gefunden wird. In vielen Fällen ist völlige Schmerzfreiheit erreichbar ohne durch die Behandlung gesundheitliche Risiken einzugehen, in anderen ist zumindest eine erhebliche Schmerzlinderung möglich, die ein großes Stück Lebensqualität wieder herstellt. Zwar kann man nicht behaupten, wir hätten ein Recht auf ein schmerzfreies Leben, aber wir haben definitiv ein Recht auf die bestmögliche Schmerzbehandlung. Von geduldigem Erleiden von Schmerzen und von Behandlungsaufschub ist dringend abzuraten.


Beim Schmerz ist die aktive Mitarbeit der PatientInnen ganz besonders wichtig. Von der Genauigkeit ihrer Beobachtungen am eigenen Körper, und ihres Berichts an die behandelnde Ärztin, ihrer Therapietreue und ihrer Ausdauer kann es abhängen, wie schnell man zur richtigen Lösung kommt. Also nicht denken: 'Der Arzt soll's richten' sondern: 'Ich arbeite aktiv mit dem Arzt zusamen, um meinen Schmerz los zu werden'.


Neben der medikamentösen Therapie gibt es zahlreiche andere Schmerztherapien. Wir freuen uns sehr, dass wir einen der Referenten, Univ.-Prof. Dr. Günther Bernatzky, Salzburg, für einen Vortrag bei einem unserer Monatstreffen im Herbst/Winter gewinnen konnten, der uns über diese nicht-medikamentösen Möglichkeiten informieren wird.


Bericht vom DOP -Kongress in Konstanz, 30. und 31.3.2011

Bereits zum zehnten Mal fand der im deutschsprachigen Raum einzige Kongress für Osteoporose-SelbsthilfegruppenleiterInnen Ende März in Konstanz statt.

Der Schwerpunkt lag heuer bei der ganzheitlichen Rehabilitation nach Knochenbrüchen und auf Bewegungskonzepten, die die Muskeln stärken, das Gleichgewichtsgefühl verbessern und Stürze vermeiden.

Die Medizin ist krankheitsorientiert: sie beschäftigt sich mit der Entstehung und Behandlung von körperlichen Funktionsstörungen.

Besser wäre die Konzentration auf Gesundheit und die Faktoren, die Gesundheit fördern.

Was macht eine Person krank? Wir sollten uns aber auch fragen, was bewirkt, das eine Person gesund bleibt.

Schutzfaktoren sind: körperliche Fitness, soziale Unterstützung, Gesundheitswissen, Lebensweise.

Wer inaktiv ist, verliert Muskelmasse und Muskelkraft - Bewegung ist die Pille ohne Nebenwirkungen.

Es ist bei Osteoporose zwar wichtig, die Risikofaktoren zu kennen z.B. Calcium- oder Vitamin-D Mangel, aber auch die Schutzfaktoren wie sportliches Training sind zu schulen.

Wir alle gehören zu der Gruppe der Silver-Surfer, die immer mehr werden und daher sind auch Informationen bezüglich Internet wichtig. Immer öfter fragen wir ?Dr. Google' wenn es irgendwo zwickt und wir sollten uns klar sein, dass diese Quellen im Internet auf ihre Seriosität und ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen sind. Es gibt einige Qualitätssiegel für gesundheitsbezogene Websites und wer Interesse hat, kann von uns diese Links erfahren.

In diesem Zusammenhang gibt es für alle Osteoporose-Betroffenen und Angehörige eine neue Plattform: OsteoLink:

OsteoLink ist das erste soziale Netzwerk für Patienten mit Osteoporose sowie deren Freunde, Familien, Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe in Europa und Australien. Es stellt eine einfache Möglichkeit dar für Menschen, denen Osteoporose am Herzen liegt, online oder persönlich miteinander in Kontakt zu treten.

Weiters haben wir über die verschiedenen operativen Interventionen nach Wirbelkörperfrakturen erfahren:

a)      die Vertebroplastie, hier wird dünnflüssiger Zement in den Wirbelkörper eingespritzt. Die Vertoplastie hat den großen Nachteil dass der dünnflüssige Zement austritt und im Rückenmark Schaden anrichten kann. Besser sind daher diese Verfahren:

b)      Die Kyphoplastie: hier wird ein Ballon im Wirbelkörper aufgeblasen um einen Hohlraum zu schaffen wo der dickflüssige Zement eingebracht wird

VBS, Vertrebral Body Stenting: Ballon wie bei der Kypoplastie, zusätzlich wird der Hohlraum mit einem Stent (einem kräftigen Gebilde aus Titan) gesichert, damit der Hohlraum nicht wieder einfällt, ehe der Zement eingebracht wird.

Dr. Kurt Weber berichtet über:

Neue Osteoporosetherapien: medizinisches Update 2011

Dr. Weber  beginnt auf sehr anschauliche Weise. Ein fiktiver Patient, männlich,  hatte eine Wirbelkörperfraktur. Es gibt eine Abklärung, die eine verminderte Knochendichte und einige Risikofaktoren ergibt (Rauchen, wenig Sport, Osteoporose in der Familiengeschichte), eine sekundäre Osteoporose (z.B. nach Cortisongaben) wird ausgeschlossen. Die Ärztin empfiehlt nun eine Osteoporosetherapie.

Der Patient informiert sich bei 'Dr. Google' und findet  u.a. Hinweise auf eine Studie, die besagt, dass Calciumsupplemente Herzinfarkte begünstigen. Weber weist darauf hin, dass diese Studie noch nicht das letzte Wort darstellt . Viele andere zeigen kein erhöhtes Herzinfarktrisiko bei Calcium/D Gaben.  Es wird aber trotzdem empfohlen, Calcium in erster Linie aus der Nahrung zu bekommen. Wenn das nicht gelingt, sollte man aber -wenn Osteoporose vorliegt- und der Arzt Calcium verschreibt-  trotzdem unbedingt Calciumsupplemente nehmen.

Der Patient findet im Internet auch die Aussage, dass  Bisphosphonate  atypische Knochenbrüche verursachen.  Laut Weber verhindern sie aber wesentlich  mehr Knochenbrüche als sie verursachen. Die atypischen, durch Bisphosphonate verursachten Knochenbrüche treten erst nach langer Einnahme auf,  deswegen wird eine Pause oder ein Medikamentenwechsel nach 3 Jahren empfohlen

Der Patient liest weiterhin, dass Bisphosphonate Kiefernekrosen verursachen können. Dr. Weber informiert, dass dies hauptsächlich dann passiert, wenn zahnärztliche Eingriffe bei gleichzeitiger Einnahme von Bisphosphonaten gemacht werden. Vor und nach Zahnarbeiten sollten deshalb die Bisphosphonate unbedingt abgesetzt werden. Wie lange die Pause davor und danach sein muss, wissen nicht alle Zahnärzte. Es gibt aber Zahnärzte, die sich sehr gut darüber informiert haben.

Der Patient liest weiterhin im Internet, dass  es eine Impfung gegen Osteoporose geben soll. Dies ist eine Fehlinformation, die darauf beruht, dass es jetzt das neue Medikament Denosumab gibt, das alle 6 Monate gespritzt wird.. Journalisten haben diese Spritze mit einer 'Impfung' verwechselt.

Im nächsten Teil seines Vortrags erklärt Dr. Weber die Wirkungsweise von Denosumab.

Dieses Medikament verändert die Kommunikation zwischen Osteoblasten und Osteoklasten. Wenn  Osteoblasten am Werk sind, Kochensubstanz aufzubauen, senden sie einen Signalstoff aus, der Osteoklasten ankündigt: wir bauen  jetzt neuen Knochen, also könnt ihr den alten abbauen. Der Signalstoff regt also die Osteoklasten an, ihre Abbauarbeit zu tun.

Wenn der Abbau gebremst werden soll, bildet der Körper ein Protein, Osteoprotegerin, das diesen Signalstoff hemmt. Die Osteoklasten bauen dann nicht mehr weiter ab, auch wenn die Osteoblasten aufbauen.

Das Medikament ahmt die Wirkung dieses speziellen Proteins nach, das heisst, hemmt den Signalstoff, der die Osteoklasten  zur Arbeit antreibt. So kann dann vermehrt Aufbau ohne gleichzeitigen Abbau stattfinden.

Auch dieses Medikament hat Kontraindikationen und mögliche Nebenwirkungen, die Arzt und Patient abwägen müssen, und auch bei diesem Medikament ist die Calcium- und Vitamin D Zufuhr zu beachten.

Weiter liest der Patient im Internet,  daß Sprengstoff gegen Osteoporose hilft! Tatsächlich gibt es Hinweise, dass Nitroglycerin, ein Bestandteil von Sprengstoff, die Knochendichte erhöht, es ist aber noch nicht nachgewiesen, dass dadurch Knochenbrüche vermindert werden.

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© Heidi Reber